Vor- und Nachteile

Affiliate-Projekte Typ #1: Produkt + Test

In den kommenden Artikeln möchte ich verschiedene Typen von Affiliate-Projekten vorstellen, die man als Publisher in sein Portfolio mit aufnehmen kann. Ich möchte die Vor- und Nachteile der jeweiligen Typen darstellen und meine eigene Meinung zu jedem Typ abgeben. Der erste Typ, den ich mir näher anschaue, ist der Typ „Produkt + Test“. Dabei geht es um Domains wie z.B. HIERDIEPRODUKTARTEINSETZENTest.com.

Ich möchte keine konkreten Domains benennen, da ich auch auf kein konkretes Projekt von jemanden hinweisen möchte. Es geht um jene Domains bei denen ein Produkttyp, z.B. Digitalkamera, genommen und mit dem Begriff „Test“ kombiniert wird.

Positives zu diesen Affiliate-Projekten:

  • häufig noch freie Domains (mit oder ohne Bindestrich // .com, .net, .org, .de)
  • hohes Suchvolumen
  • der Suchende hat eine klare Kaufabsicht

Häufig noch freie Domains
Keyword-Domains zu Begriffen wie z.B. Digitalkamera sind in der Regel wegen ihres hohen Suchvolumens schon längst vergriffen. Doch in vielen Nischen sind gerade „Test“-Domains noch frei registrierbar, häufig sogar die beliebten Endungen wie .de .com .net .org.

Hohes Suchvolumen
Wenn man bei Google z.B. „Digitalkamera“ eingibt, dann erhält man bei Google Suggest sofort den Vorschlag „Digitalkamera Test“ und dies ist bei einer Vielzahl an Produkttypen wiederzufinden. Dies spricht für ein großes Interesse bei den Suchenden nach Testberichten.

Der Suchende hat eine klare Kaufabsicht
Wenn jemand einen Test von Digitalkameras sucht, dann ist er schon in dem Stadium, in dem er sich konkret mit den verschiedenen Modellen/Angeboten auseinandersetzen möchte. Dies impliziert eine Kaufabsicht, die für ein Projekt, dass durch Provisionen Gewinne erzielt von großem Vorteil ist.

Negatives zu diesen Affiliate-Projekten

  • großer inhaltlicher Aufwand
  • moralischer Aspekt
  • hohe Updatefrequenz

Großer inhaltlicher Aufwand
Wenn man eine Domain für ein „Produkt + Test“ Keyword betreibt, dann muss man den entsprechenden Inhalt auch liefern. Wenn man stattdessen auf der Seite einen allgemeinen Text zu Digitalkameras und ein 3 Produkte auflistet, dann geht man den falschen Weg. Man wird damit zwar Geld verdienen können, aber man verschenkt gleichzeitig viel Potential.

Wenn man ein solches Test-Projekt betreibt, dann muss man auch Testberichte, Vergleiche und Bewertungen zu verschiedenen Produkten liefern, sodass der Besucher einen Überblick über den Markt bekommt. Man muss dem Besucher als auch wirklich das liefern, was er sucht und erwartet.

Moralischer Aspekt
Der moralische Aspekt und der große inhaltliche Aufwand hängen ganz nah miteinander zusammen. Wenn man ein Projekt zu Testberichten zu einem Produkttyp betreibt, dann habe ich auch selbst die Erwartung, dass ich dort Testberichte, Vergleiche und Bewertungen von Produkten erhalte und keine Auflistung von Produkten, die mich direkt zum Merchant weiterschicken.

Da man sich nur schwer jedes Produkt kaufen und dies ausgiebig testen kann, bleibt in den meisten Fällen nur die Wahl aus bestehenden Testberichten und Kundenrezensionen eine eigene Zusammenfassung zu schreiben und diese zu veröffentlichen. Ob dies moralisch vertretbar ist, überlasse ich jedem selbst.

Hohe Updatefrequenz
Selbst wenn das Projekt maximal automatisiert wurde, so ist ein ständiger Eingriff notwendig. Das Problem ist, dass viele Affiliates eine große Anzahl solcher Projekte betreibt, wodurch der Arbeitsaufwand schnell „unschaffbar“ wird.

Gerade bei technischen Produkten müssen stetig die neusten Produkt eingestellt und mit entsprechenden Inhalten versehen werden. Alte und nicht mehr verfügbare Produkte müssen ersetzt werden. Bei 3 Projekten ist dies gut zu verwalten, bei 30 Projekten ist dies schon deutlich arbeitsintensiver.

Meine Meinung zu „Produkt + Test“ Affiliate Projekte

Produkttest-Projekte haben in jedem Fall ihre Daseinsberechtigung und ich kann jeden verstehen, der solche Projekte betreibt. Durch das hohe Suchvolumen, die vielen freien Domains und das hohe Kaufinteresse der Besucher sind diese Art von Affiliate Projekten sehr profitabel.

Ich persönlich besitze selbst solche Domains, jedoch sehr wenige. Dies hat vorrangig den Grund, dass ich dem Besucher nicht das bieten kann, was er wirklich sucht. Nämlich echte, ausführliche Testberichte. Der Aufwand zur Erstellung solcher Testberichte ist zu hoch.

Da ich (mittlerweile) den Anspruch habe Projekte zu entwickeln, die mir selbst weiterhelfen würden und die gute, hilfreiche und zum Keyword passende Inhalte anbieten, nehme ich mittlerweile mehr und mehr Abstand von dieser Art von Domains.

7 Gedanken zu „Affiliate-Projekte Typ #1: Produkt + Test“

    1. Hi Justus,

      sei mir nicht böse, aber ich verstehe leider nicht ganz das Argument. Und ich bin mir gerade auch nicht sicher, ob du für Seiten wie Ralfs-Foto-Bude (die nicht zum Keyword „Digitalkamera Test“ rankt) oder für Digitalkamera-Testportal bist.

      Grüße,
      Justin

      1. Moin Justin,

        dann habe ich mich unklar ausgedrückt, sorry 😉

        Ich bin der Meinung, dass Seiten wie Ralfs Foto-Bude langfristig erfolgreicher sein werden. Die größte Schwäche der allermeisten Affiliate-Websites ist ihre Austauschbarkeit. Viele der „[produkt]-test.de“-Projekte sehen sich sehr ähnlich: Eine große Vergleichstabelle, viel eingekaufter Text und ein paar Stockfotos, fertig.
        Die Testberichte solcher Seiten sind bei weitem nicht so glaubwürdig wie eine Seite auf der sich jemand als Experte positioniert und sich so als authentische Marke in dem Bereich etabliert.

        Diese Positionierung kann unterschiedlich intensiv stattfinden:
        Ralf ist mit seiner Foto-Bude ziemlich eng verbunden, das Projekt hängt schon allein aufgrund der umständlichen Domain stark von ihm ab. Das ist auch riskant, denn wenn er vom Bus überfahren wird oder die Seite verkaufen möchte bedeutet das erheblichen Wertverlust durch den Wegfall des Markenbotschafters. Das erinnert an den finanziell eher enttäuschenden Verkauf von basicthinking.de damals.
        Ein Beispiel für weniger intensives Branding: Ringo Dühmke schreibt seit Jahren (ich war damals selbst im Surf-Stick-Bereich aktiv) auf http://www.surf-stick.net/ und positioniert sich dort als Experte, was er mittlerweile wahrscheinlich auch wirklich ist. Das bereichert die Seite meiner Meinung nach enorm, denn ansonsten sieht sie aus wie eine klassische, austauschbare Affiliateseite. Seine Persönlichkeit bringt die nötige Glaubwürdigkeit und Wiedererkennbarkeit dazu.
        Das gilt für Affiliateseiten genau so wie für kleine Shops: https://www.kosmetik-kosmo.de/ wäre aktuell vielleicht schon offline wenn die Betreiberin mit ihrem Kanal https://www.youtube.com/user/KokovonKosmo nicht so präsent wäre und persönlich dahinter stünde.

        Die großen Preisvergleiche machen es ja nicht anders: Check24 ist bewusst zur Marke geworden, um zu verhindern dass sie in nächster Zeit von Google ersetzt werden und um das Vertrauen in ihre Vergleichsergebnisse zu stärken und schlussendlich die Conversion zu erhöhen. Aber das führt zu weit und hat im Endeffekt schon fast nichts mehr mit deinem Artikel zu tun 😉

        Worauf ich eigentlich hinaus will: Der moralische Negativaspekt, die du in deinem Artikel erwähnst, lässt sich vermeiden, wenn man diese Branding-Gesichtspunkte bedenkt:
        Wenn man sich einmal als Brand etabliert hat, ist es deutlich einfacher bei Affiliate-Managern anzuklopfen und aus dem Affiliate-Budget ein paar Testprodukte für sich abzuzweigen.

        Der große inhaltliche Aufwand lässt sich wohl fast nie vermeiden, wenn man langfristig sinnvoll damit ranken will. Im ersten Schritt ist die Suche nach produkt+test eine informational search und will auch so bedient werden.

        Wie du betreibe ich natürlich selbst auch solche ungebrandeten klassischen Affiliate-Produkttestseiten, aber ich würde niemandem raten, sie genau nach diesem Muster jetzt noch neu aufzusetzen, wenn man wirklich langfristig etwas davon haben will.

        Gruß
        Justus

        1. Hi Justus,

          so jetzt habe ich mal eine freie Minute, um dir auf deine ausführliche Antwort eine entsprechende Rückantwort geben zu können.

          Ich bin ganz auf deiner Seite, ich halte Affiliate-Seiten, die durch eine authentische Person gebranded sind, für einen Weg, der zum einen gut bei den Besuchern ankommt (im Bezug auf Verkaufszahlen) und gleichzeitig auch die eigene Präsenz in einem ganzen Markt fördert. Dadurch kann man auch außerhalb seiner Webseite Geld verdienen, je nachdem in welchem Segment man aktiv ist.

          Diese Seiten bieten natürlich einen unheimlichen Mehwert, eine Authentizität und eine Originalität, die ein einfaches Affiliate-Projekt nicht bieten kann, zusätzlich kann so ein Projekt auch nicht einfach kopiert werden.

          Ich sehe aber auch einige Probleme, die ein solcher Projektaufbau mit sich bringt:

          – Risikostreuung: Stürzt das eine Projekt ab, fehlt ein großer Teil der Einnahmen.

          – Skalierung: Wir reden von einem Geschäftsmodell, welches in den meisten Fällen Provisionen von max. 10 – 15 Euro ausschüttet. Das eine Projekt, in das man viel Zeit investiert, muss dementsprechend genug abwerfen. Dies bringt mit sich, dass man sich einen großen Markt aussuchen muss, aber das wiederum bringt das Problem mit sich, dass es lange dauern wird bis man hier erstes Einnahmen verzeichnen kann. Der Aufbau solcher Affiliate-Projekte ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden und daher ist das Modell nur schlecht skalierbar.

          Ich sehe also positive Seiten, aber aus Unternehmersicht auch einige negative Seiten.

          Grüße,
          Justin

  1. Moin Justin,

    Ende letzten Jahres habe ich mir auch so meine Gedanken dazu gemacht und entschlossen, es ein wenig anders anzugehen. Die wenigsten setzen sich tatsächlich mit den Produkten auseinander, was ich, wie du auch, moralisch unangebracht finde. Darum haben wir uns die Mühe gemacht, einige Geräte zu bestellen (welche bei Amazon in den Top5 standen) und zu testen. Jedoch aus Nutzersicht und nicht so wie Stiftung Warentest ect. Das bietet noch wesentlich mehr Vorteile, da man u.a. Videoproduktion usw. gleich mitmachen kann. Viel Aufwand, aber der lohnt sich bisher… blablub sonst verrate ich zuviel.

    Beste Grüße
    Ivo

    1. Hi Ivo,

      ich finde den Weg, den du da beschreibst, ist in etwa die „Königdisziplin“ der Domainprojektierung. Sie ist aber eben auch mit erheblichen Kosten und einem erheblichen Aufwand (im Vergleich zur standardisierten Projektierung) verbunden.
      Aber ich glaube, wenn man sich den Kosten und dem Aufwand stellt und gerade im Bereich SEO ordentlich arbeitet, dass man dann damit der Konkurrenz davon laufen kann.

      Natürlich muss man bei einer solchen Art der Projektierung ganz anders an die Recherche heran gehen. Langlebigkeit der Testberichte, Marktvolumen, Aufbau der Seite.

      Ich glaube aber, dass so eine Art der Projektierung im Affiliate-Marketing eine Zukunft hat, da man wirklich Inhalt bieten kann, der zum einen nicht so leicht kopierbar ist und zum anderen nachhaltiger ist.

      Also absolut „Daumen hoch“! (Y)

      Grüße, Justin

  2. Die Frage die bleibt, kauft einer aufgrund von einem Online Testbericht? Oder hat er sich nicht schon vorher entschieden, bzw. ist er so zögerlich, dass er danach noch weiter surft! Dann bringt er nichts!

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