Content marketing conept in word tag cloud

Content Marketing Kampagnen im kleinen Stil

Content-Marketing, das Buzz-Word der verganenen Monate. Doch wie kann man Content-Marketing im kleinen Stil, z.B. für Affiliate-Seiten, anwenden? Eine Methode möchte ich in diesem Artikel beschreiben. Anlass dieses Artikels ist der Video-Kurs von Andreas Graap, in dem er die Basics des Content-Marketings erklärt. Daraus entstanden ist die Idee für diesen Artikel.

Vorab möchte ich erwähnen, dass in diesem Artikel nicht beschrieben werden wird wie für ein großes Unternehmen Content-Marketing aussehen kann, sondern wie man auf „low-budget“-Ebene seine eigenen Affiliate-Projekte von anderen abheben kann.

Ich möchte mit dem hypothetischen Beispiel versuchen zu verdeutlichen in welch kleinem Stil man schon Content-Marketing-Kampagnen umsetzen kann. Eine gewisse Planung ist notwendig. Die Arbeit für diese hält sich jedoch gerade bei kleineren Webseiten (eigenen Projekten) im Rahmen. Der Zeitaufwand im Ganzen ist natürlich deutlich höher als wenn man hergeht und bei einer der einschlägigen Plattformen 500 Euro einzahlt und Links kauft.

Aber dieser Aufwand lohnt sich meiner Meinung nach, da Links generiert werden können, die die Konkurrenz so nicht einfach nachbauen (nachkaufen) kann und zusätzlich schafft man einen wirklichen Mehrwert auf seiner Webseite.

Beispiel: Wir betreiben eine Affiliate-Seite zum Thema „Fernstudium“. Auf dieser Seite werden verschiedene Studiengänge präsentiert und zu jedem Studium gibt es einen Vergleich zu den einzelnen Fernstudienanbietern.

Ziel: Wir möchten von starken Universitätswebseiten Links haben.

Problem: Eine Universität wird im Regelfall trotz thematischer Relevanz nicht von allein auf eine offensichtlich profitorientiert Webseite verlinken, die einen Studiengang beschreibt, den sie selbst im Detail beschreibt.

1. Schritt: Wir suchen ein passendes Thema

In meinem Fall bin ich bei der Westfälischen Hochschule gestartet und habe fleißig die Navigation durchgeklickt. Zuerst bin ich auf der „Wohnen“-Unterseite gelandet, wo auch schon Seiten wie Immobilienscout und Immowelt verlinkt sind. Ich habe kurz überlegt, ob dies ein mögliches Thema für eine Kampagne sein könnte. Der Aufwand, der bewerkstelligt werden müsste um einen Mehrwert gegenüber den anderen Seiten bieten zu können, erschien mir jedoch zu hoch.

Daraufhin habe ich mich durch zig Seiten der Navigation geklickt und bin letztlich beim EU-Bildungsprogramm „ERASMUS+“ gelandet. Thematisch hat mir dieses Thema sofort gefallen, weil solch ein Bildungsprogramme natürlich präsent auf vielen Universitäts- und staatlichen Webseiten ist. Zusätzlich konnte ich mir gut vorstellen, dass man dazu einen schönen Ratgeber mit vielen Hilfestellungen für Schüler/Studenten (z.B. Checklisten, Anleitungen zum Ausfüllen der Formulare) erstellen kann. Vom Thema her passt „ERASMUS+“ auch sehr gut zu einer Webseite über Fernstudiengänge.

2. Schritt: Planung des Contents

Jetzt wo das Thema gefunden ist, kommt es darauf an, dass Content geschaffen wird, der einen Mehrwert bietet und von den Universitäten wert ist verlinkt zu werden.

Dazu habe ich mir angeschaut, was z.B. die Westfälische Hochschule verlinkt. Die Informationen auf den Unterseiten sind relativ kurz und knapp zusammengefasst. Danach habe ich weiter recherchiert und mir die offizielle Webseite ebenso wie einige nicht-offizielle Webseiten zu „ERASMUS+“ angeschaut.

Was mir dabei aufgefallen ist:

  • sie waren unübersichtlich strukturiert
  • nicht zielgruppengerecht geschriebene
  • keine/kaum Checklisten/Anleitungen

Daraus entstand die Idee einen Ratgeber zu verfassen, der in einer leicht verständlichen Sprache das Konzept „ERASMUS+“ sowie dessen Inhalt erklärt. Zusätzlich soll es auf der gleichen Seite Hilfestellungen zur Antragsstellung geben (in Form von Checklisten, Anleitungen). Übersichtlich strukturiert werden soll das ganze durch ein Inhaltsverzeichnis (wie bei Wikipedia).

3. Schritt: Contenterstellung

Jetzt geht es darum, dass man sich zuerst ein ordentliches Briefing erstellt, in dem alles enthalten ist, was der Text enthalten soll. Entweder für sich selbst oder für einen externen Autoren. Falls der Text von jemanden Externen geschrieben werden soll, muss das Briefing natürlich deutlich ausführlicher ausfallen und essentielle Dinge wie z.B. der „einfach zu verstehende Schreibstil“ sollten im Briefing enthalten sein.

Man sollte bei der Erstellung eines Briefings idealerweise selbst schon einmal ein wenig recherchieren und mögliche Quellen sowie Themen in Stichpunkten notieren. Je konkreter das Briefing, desto besser der Ratgeber.

Die Kosten für die Texterstellung schätze ich bei einem solchen Ratgeber auf ca. 100 bis 200 Euro.

4. Schritt: Formatierung des Inhalts

Wenn das Briefing erstellt und der Text geschrieben wurde, kann es an die Formatierung des Inhalts gehen. Ein grundsätzlich seriöses und zeitgemäßes Design der Webseite setze ich voraus.

Der Text sollte bestmöglich strukturiert sein und zum Lesen einladen. Eine große Schriftgröße von 14px bis 16px ist schon ein guter Anfang. Zusätzlich können Listen mit Symbolen und durch Boxen hervorgehoben werden. Inhalte können in Tabs verteilt und in Tabellen eingefügt werden (Hilfreich dabei ist das WordPress Plugin Shortcode Ultimate). Durch die Integration von themenrelevanten Bildern wird der Text weiter aufgelockert und angehnehmer zu lesen.

Das oben angesprochene Inhaltsverzeichnis kann man in WordPress ganz einfach mit dem Plugin Table of Contents Plus erstellen.

Warum die Formatierung?
Wenn der Link zum Ratgeber an diejenigen verschickt wird, die darüber entscheiden, ob ein Link gesetzt wird oder nicht, dann ist eine professionelle und übersichtliche Aufmachung schon der erste Pluspunkt. Daher sollte der Inhalt übersichtlich strukturiert werden und durch Elemente wie Listen, Boxen, Unterüberschriften und Bilder aufgelockert werden.

5. Schritt: Kontaktaufnahme

Der Ratgeber ist fertig und ordentlich formatiert. Die Unterseite ist online, doch noch verlinkt niemand auf den Ratgeber. Jetzt kommt einer der größten und zeitintensivsten Schritte. Es müssen mögliche Linkquellen und die dazugehörigen Verantwortlichen recherchiert werden.

Die Recherche nach möglichen Linkquellen kann man relativ einfach gestalten. In dem man einfach Begriffen wie z.B. „ERASMUS plus“, „ERASMUS plus Universität“, „ERASMUS plus Hochschule“ sucht. Die gefunden Linkquellen (meistens Unterseiten) in eine Excel-Tabelle einfügen und rechts daneben Platz lassen für eine Kontaktperson und eine E-Mail Adresse/Telefonnummer.

Jetzt muss für jede mögliche Linkquelle eine Kontaktmöglichkeit gefunden werden. Oftmals ist bei größeren Webseiten im Impressum, auf einer Kontaktseite oder in der Sidebar ein „Webmaster“ oder „inhaltlicher Verantwortlicher“ aufgelistet, diesen kann man kontaktieren. Im Zweifelsfall kann man auch die allgemeine E-Mail Adresse aus dem Impressum kontaktieren und die E-Mail einleiten mit einer Phrase wie „… ich hoffe Sie sind die zuständige Person für mein Anliegen …, ansonsten würde ich mich über die Weiterleitung meiner E-Mail an jene Person freuen.“.

Nachdem die Linkquellen und Kontaktdaten recherchiert wurden, kann es mit der Kontaktaufnahme los gehen. Dazu eine oder idealerweise jeweils individuell eine E-Mail mit einer positiven Besonderheit zur Unterseite (z.B. einen Bezug auf einen Abschnitt im Text) an die jeweilige Person schreiben. Die E-Mail sollte höflich sein und das Vorhaben ehrlich bekundet werden, was aber nicht bedeutet, dass man seinen Ratgeber nicht besonders hervorheben darf, dass sollte man sogar. Alternativ kann man die zuständige Person auch anrufen, dieser persönliche Kontakt erhöht meistens die Erfolgsquote.

Noch ein Hinweis: Vergiss Linktexte
Vergiss es immer und überall einen Linktext integrieren zu wollen. Lass die Verantwortlichen, die den Link setzen, ganz von allein den Linktext wählen und freu dich über einen hochwertigen Link.

Diese theoretische und hypothetische Beschreibung einer kleinen Content-Marketingkampagne für eine Affiliate-Seite kannst und sollst du adaptieren für deine Seiten. Mir ist nur wichtig zu betonen, dass in eine solche Kampagne viel Zeit und Gehirnschmalz hineingehen sollte, nur dann und erst dann wird eine solche Kampagne auch erfolgreich.

Ein Gedanke zu „Content Marketing Kampagnen im kleinen Stil“

  1. Hey Justin, „better backlinks“ ist wirklich eine Herrausforderung. Leider muss man sich für jede Seite selbst was ausdenken um an gute Links zu kommen. Dein Ansatz über eine Informationsseite, genauso wie Infografiken und Checklisten ist super. Es muss sich halt immer rechnen, wenn ich mit den 500€ bei einigen Nischen immer noch lange Zeit auf Platz 1 bin, brauche ich nicht mein Hirn/Agentur anzustrengen. Hierbei gilt wie früher :-) noch ein hoch auf die eigenen Netzwerke, doch wenn ich Links für schwierige Themen brauche, hilft halt nur Grips! Hoffe Du blogst wieder wie frührer. Dennis

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